TV-Sendung Fit & Gesund, April 2002
Der saure Mensch - Vom Schlaganfall zum Rückenschmerz: die Übersäuerung des Körpers
Der Säurehaushalt unseres Körpers
Dieses Monatsthema schafft eine Verbindung zwischen dem Märzthema "Schlaganfall" und dem Thema für den Monat Mai, "Rückenschmerzen". Diese Verbindung gibt es. Sie ist quasi der gemeinsame Nenner, weil sie oftmals der Ursprung ist für die Entstehung beider Probleme.
Übersäuerung des Körpers: was bedeutet das?
Die Übersäuerung gilt heute als eine gefährliche Zivilisationskrankheit. Die Säurekatastrophe ist heute allen ein Begriff - zumindest, soweit es um die Waldschäden geht. Dass auch der menschliche Organismus unter einem Zuviel an Säure leidet, hat sich als medizinische Erkenntnis erst in jüngster Zeit durchgesetzt.
Die Säuretheorie kann natürlich nicht alle Krankheiten dieser Welt erklären.
Aber zumindest ist wissenschaftlich nachgewiesen, dass bei allen Krankheiten, den akuten wie auch chronischen, gleichzeitig eine Übersäuerung des Organismus vorliegt. Und es gibt inzwischen unzählige Beispiele dafür, dass sich die Krankheiten erstaunlich rasch bessern, wenn das Grundübel behandelt wird, die Übersäuerung.
Eigentlich müssten die Menschen heute mit unseren hochentwickelten Medizintechniken gesund und munter sein wie nie zuvor?
Das stimmt. Aber das Gegenteil ist effektiv oft der Fall. Chronische Erkrankungen wie Rheuma, Kopf- und Rückenschmerzen, Allergien und Autoimmunerkrankungen, Kreislauferkrankungen und Krebs nehmen in erschreckendem Maße zu.
Wir überlassen gern den Fachleuten und Autoritäten die Verantwortung für unsere Gesundheit. Dabei sind aber vor allem unsere Ess- und Lebensgewohnheiten wichtige Faktoren für die Entstehung der Krankheiten, wenn sie schlecht sind; sind unsere Ess- und Lebensgewohnheiten gut, sind sie die beste Vorraussetzung für unser Wohlbefinden. Dabei spielt der Säure - Basen Haushalt eine ganz wichtige Rolle.
Säuren und Basen - was ist das denn eigentlich?
Säuren sind chemische Verbindungen, die Wasserstoff enthalten. Sie schmecken sauer und haben daher ihren Namen. Sie neigen dazu, mit Metallen oder mit Basen chemisch zu reagieren und neutrale Salze zu bilden. Die wichtigsten Säuren sind Salzsäure, Salpetersäure, Phosphorsäure und Schwefelsäure. Bekannt sind auch Milchsäure, Weinsäure und Harnsäure.
Basen dagegen sind als chemische Stoffe sozusagen die Gegenspieler der Säuren. In Wasser gelöst nennt man sie Laugen. Mit Säuren reagieren sie und bilden neutrale Salze. Die wichtigsten Laugen sind Natronlauge und Kalilauge.
In diesem Zusammenhang spricht man doch auch von einem pH Wert?
Der pH-Wert ist der Messwert für den Grad der sauren bzw. basischen Reaktion eines Stoffes.
Das Kürzel pH steht für das lateinische "potentia hydrogenu " = Stärke des Wasserstoffes.
Ein pH - Wert von 7,0 gilt als neutral, über 7,0 ist der Wert basisch, unterhalb von 7,0 sauer.
Der pH Wert des Blutes liegt mit 7,35 bis 7,45 deutlich im basischen Bereich.
Grundvoraussetzung für unsere Gesundheit ist ein einwandfrei funktionierender Stoffwechsel, und dabei spielt der Säure-Basen-Haushalt die grundlegende Rolle.
Wie sauer darf der Mensch eigentlich sein?
Die Antwort ist kurz und einfach: Er darf überhaupt nicht sauer sein - mal abgesehen von dem Säureschutzmantel, den die Haut des Menschen bildet.
Eine Ausnahme ist auch der Magen, der ein Salzsäuremilieu besitzt.
Ansonsten funktioniert der gesamte Organismus des Menschen am besten im neutralen oder basischen Bereich. Bindegewebe, Blutkreislauf, Lungen und Nieren sind unermüdlich dabei, den Körner von schädlichen Säuren zu befreien. Oft aber sind sie überfordert - und dann kommt es im Organismus zur Säurekatastrophe, deren harmlosestes Anzeichen noch das Sodbrennen ist.
Müssen wir also jetzt auch an pH Werte denken, wenn es ums Essen, um unsere Nahrung geht?
Längst ist erforscht, dass Nahrung in unserem Körper sauer oder basisch reagiert. Längst gibt es auch Anzeichen dafür, dass nicht nur chronische Gelenk - und Rückenschmerzen und Steinerkrankungen, sondern auch Krankheiten des Magen-Darm-Traktes, der Leber, des Herzens und des Kreislaufs, sowie Asthma, Diabetes oder Osteoporose und Krebs Prozesse sind, die mit der Übersäuerung des Körpers zusammenhängen.
Wie zeigen sich die Symptome von Übersäuerung?
Zahlreiche Symptome können Anzeichen einer Übersäuerung des Organismus sein, wie z.B.:
- Häufiges Sodbrennen und saures Aufstoßen
- Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre
- Probleme mit der Verdauung, z.B. Verstopfung, Blähungen oder Durchfall
- Muskelverspannungen oder Verkrampfungen
- Häufige Kopfschmerzen, Übermüdung und Konzentrationsschwäche
- Gereiztheit, depressive Verstimmung und Schlafstörungen
- Häufig Schmerzen in den Gelenken oder im Wirbelsäulenbereich
Wie sieht es denn mit Säuren und Basen in unseren Nahrungsmitteln aus ? Kann man da klar unterscheiden?
Man unterscheidet grundsätzlich vier Gruppen von Nahrungsmitteln hinsichtlich ihres Einflusses auf das Säure-Basen-Gleichgewicht im Körper.
Bei einer gesunden und ausgewogenen Ernährung sollte man vorwiegend Basenlieferanten und neutrale Nahrungsmittel zu sich nehmen.
So weit es geht, sollte man auf Säureerzeuger oder -lieferanten verzichten.
Auf die verschiedenen Nahrungsmittel wollen wir in der nächsten Woche näher eingehen .
(siehe Wochenthema "Säurebewusst Essen und Trinken")