TV-Sendung Fit & Gesund, April 2002
Der saure Mensch - Säurebewusstes Essen und Trinken
Wieso entstehen im Körper krankmachenden Säuren?
Unser Organismus nimmt Säure aus der Nahrung auf. Säure entsteht aber auch bei den Verbrennungsprozessen des Stoffwechsels.
Basen hingegen müssen dem Körper immer von außen zugeführt werden.
Leider bilden die meisten der Nahrungsmittel, die wir gewöhnlich reichlich essen, im Körper Säuren. Erhält unser Körper die richtige Nahrung und ausreichend Bewegung, so kann er leichter einer Übersäuerung entgegenwirken. Er reguliert sich dann selbst. Essen wir gerne sauermachende Nahrungsmittel, so müssen wir diese zumindest durch viele Basen ausgleichen. Idealerweise sollte unsere tägliche Nahrung zu 80% aus basischen und zu 20% aus sauren Lebensmitteln bestehen. Nur so ist auf Dauer unsere Gesundheit gewährleistet.
Welche sind die typischen Säurelieferanten?
Da ist in erster Linie Fleisch und Innereien ( Leber, Herz, Nieren, Bries und Hirn), aber auch Geflügel (Huhn, Ente, Gans, Pute), Wild (Hase, Reh, Hirsch, Wildschwein), Käse, Quark, Fleischbrühe, also vor allem tierisches Eiweiß.
Und wo liegt der Unterschied zu den Säureerzeugern?
Im Gegensatz zu Säurelieferanten, die einen Überschuss an sauren Mineralstoffen enthalten und daher dem Körper Säure zuführen, lassen Säureerzeuger sie im Stoffwechsel entstehen, dann aber massiv. Dies sind z.B. Zucker und zuckerhaltige Süßigkeiten, zuckerhaltige Limonaden, Weißmehlprodukte und geschälte, polierte Getreideprodukte wie polierter Reis, aber auch Bohnenkaffee und alkoholartige Getränke. Werden diese Nahrungsmittel verstoffwechselt, entstehen viele Säuren.
Womit kann man dem Körper denn Basen zuführen?
Sehr gute Basenlieferanten sind gekochte Kartoffeln.
Aber besonders Obst und Gemüse (Wurzel- und Blattgemüse), rohe Milch und Sahne sowie Gewürzkräuter wie Petersilie, Schnittlauch, Pfeffer, Paprika.
Gibt es auch neutrale Nahrungsmittel?
Ja. Das sind Nahrungsmittel, die das Gleichgewicht zwischen Säuren und Basen halten.
Dies sind beispielsweise naturbelassene Öle wie Oliven- und Distelöl, außerdem Walnüsse, Butter und Leitungswasser.
Wasser ist sozusagen ein Heilmittel für alle Wehwehchen?
Ja. Aber jede zweite Frau und jeder dritte Mann trinkt zu wenig. Wer ständig zuwenig Flüssigkeit zu sich nimmt, entwickelt zu dickes, zähflüssiges Blut.
Die Mediziner wissen heute, dass zu dickes Blut ( welches sich durch einen zu hohen Hämatocrit-Wert zeigt) genauso schlimm ist wie Arterienverkalkung und zu hohe Cholesterinwerte.
Was bedeutet Hämatocrit?
Ärzte reden von einem schlechten Hämatocritwert, wenn sie zu zähes Blut meinen. Hämatocrit bezeichnet das Verhältnis von Blutkörperchen zur Blutflüssigkeit. Nehmen die Blutzellen Oberhand, lässt die Fliessfähigkeit des Blutes nach, der Körper wird auf Dauer nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Das Blut kommt seiner Funktion als "Müllanfuhr" nicht mehr nach, die Entsorgung geht schleppend voran, bleibt allmählich stecken.
Wer sich also etwas Gutes tun will, der sollte trinken, trinken und nochmals trinken, am Besten Wasser.
Wenn man die Wahl hat, sollte man eher stilles Wasser trinken?
Ja. Mit Kohlensäure versetzte Mineralwässer können eine Belastung für den Organismus und die Nieren sein. Der Körper hat mit der natürlichen Säurelast durch Kohlensäure, Phosphorsäure, Salzsäure und organische Säuren schon genug zu tun.
Also besser stille Mineralwässer - sofern man die Wahl hat. Wem das nicht schmeckt, der sollte sich zusätzlich körperlich bewegen, um die Kohlensäure besser über die Lungen auszuscheiden.
Wie viel Wasser braucht ein Mensch pro Tag?
Unter normalen Bedingungen in unseren Breiten 2 1/2 Liter pro Tag.
Etwa einen Liter dieser benötigten Menge zieht der Körper aus der wasserhaltigen Nahrung, bzw. es fällt bei der Verstoffwechslung der Kohlenhydrate und Fette im Körper an.
Den Rest müssen wir in Form von Flüssigkeit zu uns nehmen (alkoholische Getränke oder Kaffee zählen nicht dazu !). Man sollte regelmäßig und rechtzeitig trinken und daran denken, dass der Körper bereits einen Wassermangel von einem Viertel- bis einem halben Liter hat, wenn ein Durstgefühl auftritt.
In diesem Zusammenhang: vor allem bei Kindern ist es wichtig, darauf zu achten, dass sie keine zuckerhaltigen Getränke als Durstlöscher zu sich nehmen. Diese machen nicht nur immer durstiger, sondern enthalten auch viele ‚ leere' Kalorien und sind mitverantwortlich für das Übergewicht bei Kindern.
Gegen Süßgetränke hin und wieder ist sicher nichts einzuwenden, nur sollte man seinen Durst nicht ausschließlich damit stillen.