Brustkrebsfrüherkennung durch den Mammotest
Seit 2001 besteht in Belgien landesweit ein organisiertes Programm zur Früherkennung von Brustkrebs. Die Richtlinien des Programms hat der Föderalstaat festgelegt, die praktische Durchführung liegt in Händen der Gemeinschaften. Die Deutschsprachige Gemeinschaft sichert die Information der Bevölkerung der DG in deutscher Sprache.
Ziel der Kampagne des Föderalstaates: die Sterblichkeit infolge von Brustkrebs senken
Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung der Frau. Geht man von einer Lebenserwartung von durchschnittlich 84 Jahren aus, erkrankt jede 11. Frau an Brustkrebs, jede 20. stirbt daran. Das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, steigt mit fortschreitendem Alter. 75% der Krankheitsfälle treten nach dem 50. Lebensjahr auf.
Früherkennung
Viele Todesfälle infolge von Brustkrebs könnten vermieden werden, wenn die Erkrankung frühzeitig erkannt würde. Die Früherkennung hat weitere Vorteile: Sie sorgt für weniger belastende Behandlungen, da Erkrankungen in einem viel früheren Stadium erkannt werden. Ferner werden die Kosten, die mit den Erkrankungen verbunden sind, gesenkt.
Europäischen Studien haben ergeben, dass die Sterblichkeitsrate durch Brustkrebs um die Hälfte verringert werden kann, wenn 70% aller Frauen im Alter zwischen 50 und 69 Jahren alle 2 Jahre eine Mammographie vornehmen lassen. Der langfristige Erfolg eines solchen Programms, nämlich die Senkung der Anzahl Todesfälle durch Brustkrebs, hängt folglich davon ab, dass genügend Personen der Risikogruppe an den Vorsorgeuntersuchungen teilnehmen.
Zielgruppe des Früherkennungsprogramms
Frauen von 50 - 69 Jahren. In der Deutschsprachigen Gemeinschaft betrifft dies etwa 8000 Personen.
Praktische Durchführung
Das Programm bietet also
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eine kostenlose Mammographie
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in einem der anerkannten Zentren
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für alle Frauen zwischen 50 und 69 Jahren, die im Besitz einer SIS-Karte sind.
Alle Frauen dieser Altersgruppe erhalten alle zwei Jahre eine persönliche Einladung zum Mammotest.
Alternativ kann auch der Hausarzt oder Gynäkologe die Verordnung für einen Mammotest ausstellen.
Anschließend genügt es, in einem der anerkannten Zentren einen Termin anzufragen.
Zur Untersuchung im Mammotest-Zentrum sind mitzunehmen:
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die Verordnung des Arztes (oder die oben beschriebene Einladung)
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die SIS-Karte
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zwei Krankenkassen-Vignetten und
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die Anschrift des Arztes (Hausarzt oder Gynäkologe), dem die Resultate mitgeteilt werden sollen.
Achtung: diese Unterlagen sind unbedingt erforderlich!
Der Mammotest ist nur unter diesen Umständen kostenlos. Alle anderen Frauen können sich natürlich ebenfalls einer Mammographie unterziehen, müssen dann aber einen Teil der Kosten selbst tragen.
Zum "Mammotest" hat die DG Informationsbroschüren in deutscher Sprache erstellt.
Ein organisiertes Screening von gesicherter Qualität
Um die Qualität des Früherkennungsprogramms zu garantieren, wird der Mammotest nur in anerkannten Zentren durchgeführt. Diese Anerkennung ist an bestimmte Auflagen gebunden: Die verwendeten Geräte müssen den strengen europäischen Qualitätsrichtlinien entsprechen, auch müssen zwei verschiedene, besonders geschulte Röntgenfachärzte unabhängig von einander die Aufnahmen auswerten. Daraus ergibt sich eine Wartezeit von 2-3 Wochen, bis das Resultat der Untersuchung vorliegt. Dieses Verfahren sorgt aber für eine hohe Qualität der Mammographien selbst und der anschließenden Auswertung.
Die Resultate des Mammotests werden dem von der Frau angegebenen Arzt mitgeteilt. Dieser übernimmt das sogenannte Follow-up (d.h. die Weiterleitung zu spezifischen Untersuchungen und - falls nötig - zur Behandlung) und ist somit direkt in das Programm eingebunden.
Die Liste der anerkannten Zentren können Sie untenstehend abrufen.
Eine weitere Möglichkeit für den Mammotest ist der mobile Krebsvorsorgebus der Provinz Lüttich, das "Mammobil". Informationen dazu erhalten Sie über die unten angegebene Telefonnummer im Ministerium der DG.