Notarzt- und Rettungsdienste

In Belgien unterscheidet man grundsätzlich zwischen Rettungsdiensten - auch 100-Dienst genannt - und Notarztdiensten.

Alle Rettungs- und Notarztdienste im Gebiet deutscher Sprache sind der 100-Dienst-Zentrale der Provinz Lüttich angeschlossen, der Anlaufstelle für alle Anrufe von Bürgen und Diensten, die eine dringende Notfallhilfe benötigen.

Diese Zentrale hat die Funktion einer Leitstelle und kontaktiert je nach Sachlage das jeweils zuständige, meist geographisch nächstgelegene und verfügbare Einsatzfahrzeug. Dabei wird unterschieden zwischen der Funktion der Rettungsdienste und der Notarztdienste. Im Prinzip rückt allein der Rettungsdienst aus. Der Notarztdienst wird nur dann zusätzlich angefordert, wenn eine lebensbedrohliche Situation vorliegt - oder zur Sicherheit, wenn Lebensgefahr nicht ausgeschlossen werden kann. Die Entscheidung darüber, welche Dienste angefordert werden, liegt bei der Lütticher Einsatzzentrale, die die Anfrage unmittelbar an die entsprechende(n) Rettungswache(n) (Bereitschaftsdienste) weiterleitet.

Rettungswache

Rettungsdienstlich abgedeckt wird der Norden der Deutschsprachige Gemeinschaft durch zwei Rettungswachen (Bereitschaftsdienste). Die Rettungswache Eupen befindet sich in Trägerschaft der Stadt Eupen, die Rettungswache Kelmis in Trägerschaft des Belgischen Roten Kreuzes. Die Rettungswachen sind ständig mit einem Sanitäter besetzt, der den Einsatzbefehl entgegennimmt und für seine Ausführung sorgt.

In Eupen befindet sich ebenfalls ein Notarztstandort, der im St. Nikolaus Hospital angesiedelt ist.

Der Süden der DG wird ebenfalls durch zwei Rettungswachen abgedeckt: die Rettungswache Büllingen, in der Trägerschaft des Roten Kreuzes, und die Rettungswache St. Vith, in Trägerschaft der Stadt St. Vith. In St. Vith befindet sich ebenfalls ein Notarztdienst, der in der Klinik St. Josef angesiedelt ist.

Notarztdienste

Die Notarztdienste sind rund um die Uhr einsatzbereit und jeweils mit einem Notarzt sowie einem Krankenpfleger, der eine Zusatzausbildung in Intensiv- und Notfallpflege absolviert hat, besetzt. Auf Anfrage der Leitstelle in Lüttich, die den Notruf des Bürgers entgegennimmt, rückt der Notarzt immer dann aus, wenn eine lebensbedrohliche Situation vermutet wird.

Luftrettung

Für das Gebiet der DG stehen zwei Rettungshubschrauber zur Verfügung. Sie werden in bestimmten Situationen zusätzlich als Ergänzung für das bodengebundene Rettungswesen angefordert. Einer der Rettungshubschrauber ist im wallonischen Bra-sur-Lienne (Nähe Lierneux) stationiert, der andere, ein deutscher Rettungshubschrauber des ADAC, in Aachen/ Würselen.

Nur der Disponent in der Lütticher Leitstelle (erreichbar über die Telefonnummern 100 oder 112) kann den Rettungshubschrauber anfordern.

Also: Der Ruf 100 (EU-weit ist es die Nummer 112) ist gebührenfrei - egal woher Sie anrufen. Die Zentrale entscheidet:

  • welcher Dienst kommt
  • ob mehrere Dienste kommen
  • ob ein Hubschrauberdienst kommt
  • ob ein Notarzt kommt
  • ob den Zusatzanfragen der vor Ort diensttuenden Rettungsdienste Folge geleistet werden kann (z.B. auf Anfrage des Notarztes)

Die Polizei erreichen Sie unter Ruf 101 - sowohl für die lokale Polizei (z.B. die Zone Weser-Göhl) als auch für die föderale Polizei.