Früherkennung von Hör- und Sehschwächen
Zwischen 2 und 4 % aller Kleinkinder leiden unter schweren Hörverlusten. Wenn eine solche Hörschwäche vor dem 6. Lebensmonat entdeckt wird, kann diese gut behandelt werden, dass die Kinder später ein unbeeinträchtigtes Leben führen können und ihre sprachliche Entwicklung ganz oder fast ganz der eines normal hörenden Kindes entspricht. Deshalb wird in der DG das Hörvermögen bereits bei den Neugeborenen im Entbindungsheim getestet. Dies erfolgt durch die Hebammen der beiden Krankenhäuser. Der Test ist für die Babys vollkommen schmerzfrei und kann sogar beim schlafenden Säugling vorgenommen werden. Wenn eine Mutter schon nach wenigen Tagen das Krankenhaus verlässt, kann sie für den Hörtest ihres Babys einen Termin auf der jeweiligen Entbindungsstation anfragen. Dieses Angebot findet in Zusammenarbeit mit dem Dienst für Kind und Familie (DKF) statt.
Sehtests für Kleinkinder
Seit dem Jahre 2003 bietet der DKF flächendeckend Sehtests für Kleinkinder im Alter von 2 bis 2,5 Jahren an. Für die Sehtests schaffte der DKF ein präzises technisches Messinstrument, ein sogenanntes „Retinomax“ (Refractometersehtestgerät) an. Eine ausgebildete Orthoptistin (Fachkraft für Sehfähigkeitsprüfungen) führt die Tests durch.
Die rund 10-minütige Untersuchung ist für das Kind völlig schmerzfrei und beinhaltet eine Prüfung der Sehfähigkeit anhand von fünf Testmethoden. Getestet wird insbesondere auf die im Kleinkindalter bei ca. 10 bis 15 % der Kinder auftretende Amblyopie, eine Sehschwäche. Diese tritt häufig nur auf einem Auge auf und fällt zunächst nicht auf, weil das andere Auge ausgleicht - also für zwei arbeitet. Bei früher Diagnose und Behandlung ist eine vollständige Rückgewinnung der Sehfähigkeit möglich.
Je früher Sehschwächen erkannt werden, desto größer sind die Heilungschancen.