Unterstützungsangebote für Senioren

Seit der zweiten großen Staatsreform von 1980-1983 hat die Deutschsprachige Gemeinschaft Dekretbefugnisse in kulturellen- und personenbezogenen Angelegenheiten erhalten. Für Senioren bedeutet dies, dass die DG seitdem eigenständig die Normen für die Anerkennung und die Finanzierung von Wohn- und Begleitstrukturen sowie von Diensten der häuslichen Hilfe festlegen kann.

In der DG gibt es insgesamt acht Alten- und Pflegewohnheime sowie das betreute Wohnen, die Tagespflege und die Kurzzeitpflege, die in der Regel an Alten- und Pflegewohnheime angebunden sind. 

Weitere Hilfen für Senioren, die die DG bezuschusst: 

  • die Finanzierung von Hausnotrufanlagen; 
  • Angebote der häuslichen Hilfe, wie Familien-und Seniorenhilfe;
  • die Förderung des Ehrenamtes durch die finanzielle Unterstützung der Organisationen, die parallel zu den professionellen Diensten der häuslichen Hilfe ein wichtiges ergänzendes Betreuungsnetz für ältere Menschen gewährleisten.

Die Zukunft des Alterns

Laut Statistik, wird der Anteil der über 80-Jährigen in der Deutschsprachigen Gemeinschaft bis 2030 auf fast 6,5 Prozent steigen. Diese Entwicklung verlangt nach verschiedenen Alternativen zum Altenwohnheimaufenthalt und nach einer großen Palette von Hilfs-, Begleit- und Wohnangeboten für Senioren.

Die Deutschsprachige Gemeinschaft fördert daher Projekte, die häusliche Hilfe mit den traditionellen Wohnstrukturen, den Alten- und Pflegewohnheimen vernetzen. Ein wichtiges Thema in diesem Zusammenhang, ist die steigende Demenzanfälligkeit. In der DG wird aktuell mit etwa 1.000 Demenzbetroffenen gerechnet. Bis zum Jahre 2025 könnte sich diese Zahl nahezu verdoppeln. Da in diese Problematik vor allem die Angehörigen aktiv mit eingebunden sein müssen, wird eine neue Kultur der Begleitung notwendig.

Zwei Schwerpunkte künftiger Bemühungen bilden daher

  • die Entlastung der pflegenden Angehörigen;
  • die Regelung der Begleit- und Betreuungsstrukturen der häuslichen Hilfe.

Zu diesem Zweck wurden bereits zwei Familienhilfsdienste, der Dienst SOS-Hilfe, der Familien- und Seniorenhilfsdienst Verviers (SAFPA,   seit November 2007 in der Deutschsprachigen Gemeinschaft zugelassen) sowie seit April 2010 die neue Beratungsstelle "Eudomos- Ihr häuslicher Begleitdienst" gegründet.