Ehrenamtliche Arbeit
Das Ehrenamt hat auch in der Deutschsprachigen Gemeinschaft einen hohen Stellenwert: Schätzungsweise jeder 3. Ostbelgier ist in irgendeiner Weise ehrenamtlich tätig, die meisten im sozialen Bereich, aber auch im Jugend-, Sport oder Kulturbereich.
Aufgrund der demographischen Entwicklung und der Tatsache, dass beispielsweise in der Seniorenbetreuung von den Personalkapazitäten und vom finanziellen Aspekt her gesehen nicht alle Dienstleistungen durch professionelle, bezahlte Kräfte geleistet werden können, gewinnt das Ehrenamt zusehends an Bedeutung. Vor allem die 3. Generation der 55 – 75 Jährigen ist nach der beruflichen Laufbahn im Ehrenamt für die sogenannte 4. Generation gefordert.
Aber auch die Jugendlichen, die nachwachsende Generation, sollte für bürgerliches Engagement begeistert werden, nach dem Motto: „Wer sich in seinem ganzen Leben ehrenamtlich nicht engagiert hat, der tut es auch nach der Pensionierung nicht“.
Auf föderaler Ebene wurde ein „Hoher Rat der Freiwilligen“ (nicht begrenzt auf das soziale Ehrenamt) eingesetzt, in dem auch 2 Personen aus der Deutschsprachigen Gemeinschaft vertreten sind. In diesem Hohen Rat werden derzeit Themen wie Definition ehrenamtlicher Tätigkeit, Aufwandsentschädigung für Ehrenamtliche, Versicherungsfragen ...behandelt.
Die Regierung der Deutschsprachigen Gemeinschaft hat in ihrer Regierungserklärung vom 13. September 2004 die Förderung und Umrahmung des Ehrenamtes als eine der 4 wichtigsten Handlungsschwerpunkte festgehalten.
Seit Anfang 2005 können die im Sozial- und Gesundheitsbereich tätigen Organisationen, die mit Ehrenamtlichen arbeiten, für Ehrungen ihrer Mitglieder eine finanzielle Beteiligung der Deutschsprachigen Gemeinschaft an den Kosten des Ehrengeschenks für langjährige Ehrenamtliche in Anspruch nehmen.
Auch wird in der Deutschsprachigen Gemeinschaft schon seit vielen Jahren im Dezember der "Tag des Ehrenamtes" begangen.