Regionales Entwicklungskonzept
„DG – Ostbelgien leben 2025“,
Cover
so lautet das Leitbild, das die mit der Ausarbeitung des Regionalen Entwicklungskonzeptes beauftragten Beraterfirmen in zahlreichen Gesprächen und Foren mit mehr als 350 Bürgern, Unternehmen und Vertretern von Institutionen, Vereinen, Verbänden und Behörden erarbeitet haben. Das Ergebnis dieses breiten Beteiligungsprozesses liegt nunmehr vor!
Band 1 des Regionalen Entwicklungskonzeptes enthält eine sektorenübergreifende Bestandsaufnahme der Situation in der Deutschsprachigen Gemeinschaft. Band 2 umfasst das Leitbild, die Entwicklungsstrategie und die Handlungsfelder für die künftige Gestaltung der Gemeinschaft. Dabei werden insbesondere Chancen zur Profilierung der DG als Grenzregion, als Wirtschaftsregion, als Bildungsregion, als Solidarregion und als Lebensregion aufgezeigt.
Sie wollen mehr wissen? Das Regionale Entwicklungskonzept ist ab sofort kostenlos als Broschüre im Ministerium der Deutschsprachigen Gemeinschaft erhältlich.
Die Themen
Die kulturelle Identität stärken, der Veränderung und Veralterung der Gesellschaft begegnen, die Bildungsqualität steigern und den Standort Ostbelgien festigen - dies sind die vier strategischen Herausforderungen, die die Regierung der Deutschsprachigen Gemeinschaft in ihrer Regierungserklärung vom 18. September 2007 aufgezeigt hat. Zur Konkretisierung dieser Herausforderungen gab die Regierung im Mai 2008 die Erarbeitung eines Regionalen Entwicklungskonzeptes in Auftrag.
Für eine zukunftsorientierte Regionalentwicklung ist das Ineinandergreifen verschiedener Bausteine notwendig: Stärkung kultureller Identität, Herausforderungen des demografischen Wandels, Gesundheitsprävention und medizinische Versorgung, Bildungsoffensive, Beschäftigung und Integration, Diversifizierung und Entwicklung der Wirtschaft, Innovation und technologischer Wandel, Einstieg in die regionale Kreislaufwirtschaft, Wettbewerbsfähigkeit von Land- und Forstwirtschaft, Umweltsituation und Naturschutz, Landes- und Raumplanung, Verbesserung der Lebensqualität, Nachhaltige Mobilität.
Die Fachforen
Seit der Auftaktveranstaltung im Juni 2008 waren mehr als 350 Personen in Gesprächen und thematischen Foren an dem Prozess beteiligt. Im Mittelpunkt standen dabei u.a. die Themen ländliche Entwicklung, Bildung, Innovation, Beschäftigung, Standortmarketing, kulturelle Identität, Soziale Integration, Familie, Gesundheit, Senioren, Tourismus sowie Natur und Umweltschutz.
Bestandteil des REK Prozesses war ebenfalls der „Blick über den Tellerrand“, um bewährte Beispiele in anderen Regionen kennen zu lernen, aus den Erfahrungen dieser Projekte zu lernen und weitere Anregungen für Leitprojekte der DG zu gewinnen. Im Januar 2009 fand eine Präsentation der Zukunftsinitiative Eifel sowie eine Fachexkursion in das österreichische Bundesland Vorarlberg statt. Zwanzig Akteure aus der DG haben dabei in Vorarlberg erlebt, was konsequente Entwicklungsplanung bedeuten kann. All diese Beispiele haben deutlich gemacht, wie wichtig es ist, die Entwicklung selbst in die Hand zu nehmen. Ganz nach dem Motto: agieren statt reagieren. Es komme darauf an, mittels einer Vision den Weg für eine Region aufzuzeigen und diesen Weg dann auch konsequent in Angriff zu nehmen, so der einhellige Tenor der Delegation. Die Exkursion hat vor allem gezeigt, wie wichtig Innovationsklima, Unterstützungsstrukturen und Kooperationswillen sind, wenn man erfolgreich sein möchte.
Moderiert wurde dieser Prozess durch die Büros FUTOUR aus München und aixplan aus Aachen.
Entwicklungsperspektiven durch Kooperation
Mit der Unterzeichnung der Vogelsanger Erklärung am 5. September 2008 ist die Deutschsprachige Gemeinschaft der Zukunftsinitiative Eifel beigetreten. Damit eröffnen sich für die Deutschsprachige Gemeinschaft neue Möglichkeiten, die bisherige Zusammenarbeit mit den deutschen Eifelkreisen zu vertiefen.
Die Handlungsfelder der Zukunftsinitiative wurden in der Regierungserklärung vom 18. September 2007 ebenfalls als wichtige Herausforderungen für die Deutschsprachige Gemeinschaft identifiziert und wurden bei der Erarbeitung des Regionalen Entwicklungskonzeptes verstärkt berücksichtigt.
Im Vordergrund der Zukunftsinitiative Eifel steht die gezielte gemeinschaftliche Entwicklung regionaler Kompetenzen zur nachhaltigen Stärkung des Wirtschaftsraumes Eifel. Im Sinne einer Allianz haben sich über die Landesgrenzen von Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen hinweg 10 Eifelkreise, 53 Kommunen und 8 regionale Wirtschaftskammern zusammengeschlossen, um hierfür neue strategische Perspektiven auf eine erfolgreiche Wirtschaftsentwicklung zu eröffnen.
Experten aus Südtirol nahmen die Entwicklungspotenziale der DG unter die Lupe
Vom 4. bis zum 6. Dezember 2008 war eine Delegation der Europäischen Akademie Bozen (EURAC) zu Gast in der Deutschsprachigen Gemeinschaft. Auf Basis von Gesprächen mit hiesigen Unternehmen und Organisationen galt es, Entwicklungspotenziale für die DG aufzuzeigen. Im Vordergrund standen die Themen Innovation, Regionalentwicklung und öffentliche Verwaltung.
Wesentliches Potenzial sehen die Südtiroler in der Positionierung der DG als „Wohlfühl- und Genussregion“. Die Empfehlungen der EURAC sind in das Regionale Entwicklungskonzept eingeflossen.