Kultur
Ostbelgien, Schmelztiegel der Kulturen
Eingebettet zwischen der Wallonie und Deutschland, zwischen Luxemburg, Flandern und den Niederlanden, treffen in der Deutschsprachigen Gemeinschaft Kulturen aufeinander. Geschichte, Sprache und Kulturerbe verbinden Ostbelgien mit seinen unterschiedlichen Nachbarregionen, während gleichzeitig kulturelle Einflüsse und künstlerischer Austausch neue, eigene Ausdrucksformen entstehen lassen.
Vereinsleben
Das Zentrum der lokalen Kulturaktivitäten bildet zweifelsohne das rege Vereinsleben in Ostbelgien. In allen Ortschaften finden sich Musik-, Gesangs-, Theatervereine und Tanzgruppen, rund 200 an der Zahl, mit denen sich die Ortsbewohner von jeher identifizieren. Fast 50 Vereine widmen sich der Brauchtumspflege. Die meisten von ihnen haben sich dem Karneval verpflichtet, der volksnah und spritzig, in Anlehnung an rheinische Traditionen, gefeiert wird.
Professionelle Kulturakteure
Neben den Amateurkunstvereinen haben auch 10 professionelle Kulturvereinigungen ihren Sitz in der DG. Diese bieten ein abwechslungsreiches Veranstaltungsprogramm an: Konzerte aller Stilrichtungen, Kunstausstellungen, Tanz- oder Theaterfestivals, Kleinkunstabende und mehr.
Jährlich wiederkehrende Veranstaltungen wie der Eupen Musik Marathon, die Konzertreihe Ostbelgien Festival oder das Internationale Theaterfest in Sankt Vith, sind über die Grenzen der Deutschsprachigen Gemeinschaft hinaus bekannte Ereignisse.
Kreative Ateliers
Die DG zählt sechs anerkannte Kreative Ateliers. Ihr Angebot ist breit gefächert und geht von den klassischen Aktivitäten wie Seidenmalerei, Tonarbeit und Patchwork bis hin zu Aerobic, Seniorensport, Vorträgen, Ausstellungen oder anderen, der Nachfrage entsprechenden Tätigkeiten. Die anerkannten Kreativen Ateliers befinden sich in Amel, Mürringen, Sankt Vith, Eupen, Hauset und Kelmis.
Museen
Die Museen verfügen über ein bedeutendes Kulturerbe, das sich aus Alltagsgegenständen und Kunstobjekten, aber auch aus historischen Dokumenten, Schriftstücken und Fotomaterial zusammensetzt. Mobiliar, Zierobjekte und Gebrauchsgegenstände veranschaulichen Leben, Brauchtum und Arbeit in ländlichen oder kleinstädtischen Gebieten. Die Sammlungen des Töpfereimuseums in Raeren und des Göhltalmuseums in Kelmis geben Einblick in die Besonderheiten dieser Ortschaften, die sich dank ihrer geografischen Lage und der vorhandenen natürlichen Ressourcen zu wichtigen Industriezentren entwickelt hatten. Hiesige und auswärtige Künstler wurden mit der Fertigung von Malereien, Schnitzwerk, Skulpturen und Goldschmiedearbeiten beauftragt, und haben eindrucksvolle Zeugnisse ihres Könnens hinterlassen.
Archäologie und Denkmalschutz
Zu den Kompetenzen der DG zählt unter anderem auch der Bereich Denkmalpflege, der den Denkmalschutz, den Landschaftsschutz und die Archäologie beinhaltet. In der Materie Denkmalschutz ist die DG für die Unterschutzstellungen, aber auch für die Bezuschussung von Instandsetzungsarbeiten zuständig. Der Archäologische Dienst leitet die Ausgrabungen in der Deutschsprachigen Gemeinschaft.