Armut und Armutsbekämpfung in Belgien
Armut betrifft uns alle. Wer in unserer Gesellschaft keine Chance bekommt, wird hoffnungslos und gibt sich irgendwann auf. Immer mehr Menschen sind vom Arbeitsmarkt ausgeschlossen, zahlen nicht in die Sozialkassen ein, sondern sind darauf angewiesen, staatliche Leistungen zu beziehen. Arme Mitbürger sind jedoch Menschen mit Talenten, die der Gesellschaft verloren gehen.
Besonders durch Armut gefährdete Menschen:
Alleinstehende
Insbesondere alleinstehende Frauen und Familien mit nur einem Elternteil sind eher vom Armutsrisiko betroffen als Familien mit mehreren Einkommen. Personen, die in einem Haushalt mit Kindern leben und ohne Arbeit sind, befinden sich in der unsichersten Situation.
Kinder
In Belgien ist jedes 5. Kind einem erhöhten Armutsrisiko ausgesetzt.
Man geht davon aus, dass in der Deutschsprachigen Gemeinschaft jedes 8. Kind betroffen ist. Die Auswirkungen von Armut sind ab der frühesten Kindheit und noch weit über das Kindes- und Jugendalter hinaus spürbar: Arme Kinder sind häufiger schlecht ernährt und häufiger krank. Arme Kinder haben schlechtere Bildungschancen, weil die Eltern oft nicht unterstützen können und Nachhilfestunden zu teuer sind. Diese Kinder haben es später schwer, einen Ausbildungsplatz zu finden und ihr Einkommen zu sichern.
Armut ist ein Lebensumstand, der die Entwicklung und die Zukunft der Kinder behindert.
Das Nationale Belgische Aktionsprogramm (Mai 2009) zum Europäischen Jahr 2010
Mit dem Nationalen Belgischen Aktionsplan hat der Föderalstaat sich vorgenommen, den Teufelskreis der Armut zu durchbrechen. Ein besonderes Augenmerk gilt der Armut von Kindern und ihren Familien. Es soll vermieden werden, dass mehrere Generationen einer Familie unter Armut leiden. Dieser Ansatz bekämpft die Armut auf ihren verschiedenen Ebenen: Gesundheit, Wohnen, Beschäftigung, Bildung, ….
Weitere Schwerpunkte des nationalen Aktionsprogramms:
- Mindestlohn und soziale Sicherheit
- Obdachlosigkeit und Wohnen
In der Deutschsprachigen Gemeinschaft sind verschiedene Dienste mit Aufgaben der Armutsbekämpfung betraut und werden vom Ministerium der DG bezuschusst. Neben den Öffentlichen Sozialhilfezentren ist dies beispielsweise das Rote Kreuz, das den Kinder- und Jugendarmutsbericht in der DG erstellt hat, der unten zum Download angeboten wird.