Vergesslichkeit
Das Gehirn ist unser Steuerorgan: es empfängt ständig Reize von außen und reagiert darauf. Schon einmal Gefühltes, Gedachtes oder "Getanes" wird als Erfahrung abgespeichert; ein Vorgang, den wir Gedächtnis nennen.
Dabei kann man 3 Stufen unterscheiden: zunächst landen alle Informationen im sogenannten Sekundengedächtnis. Das Gehirn sortiert dann quasi aus, was davon nützlich ist, und verschiebt diese Informationen in das Kurzzeitgedächtnis. Dies geschieht z.B. beim Lesen, wenn der Kopf den Satzanfang behalten muss, bis er den Rest des Satzes gelesen hat. Auch dieser Speicher ist irgendwann voll. Dann wird aussortiert: vieles wird weggeworfen, die wichtigen Dinge im Langzeitgedächtnis gespeichert. Hier befinden sich also die Dinge, die wir lange behalten müssen oder möchten. Hier wird auch alles abgespeichert, was wir lernen.
Dabei kommt es aber immer mal wieder zu Informationsverlusten. Dies nennen wir "Vergesslichkeit". Vergesslichkeit ist keine Frage des Alters- auch junge Menschen werden ab und zu von ihrem Gedächtnis im Stich gelassen. Die Ursachen können vielfältig sein. Manchmal steckt dahinter eine Erkrankung, manchmal jedoch einfach mangelndes Training.
Denn das Gehirn will, ähnlich wie ein Muskel, regelmäßig beansprucht werden. Denksportaufgaben und Rätsel sind z.B. ein sehr gutes Training für den Kopf. Wer sich für neue Dinge interessiert und am Leben Anteil nimmt, trainiert damit automatisch sein Gehirn.
Eine weitere Möglichkeit, etwas für sein Gehirn zu tun, ist, sich viel zu bewegen. Den um richtig funktionieren zu können, muss das Gehirn richtig durchblutet werden. Manchmal reicht körperliches Training allerdings nicht aus: dann nämlich, wenn die Adern teilweise verstopft sind oder die Durchblutung aus einem anderen Grund nicht richtig funktioniert. Wer also Gedächtnisschwierigkeiten hat, sollte sich vom Hausarzt einmal gründlich untersuchen lassen.
Schließlich gibt es noch Erkrankungen, die sich zunächst durch Vergesslichkeit bemerkbar machen: die sogenannten Demenzerkrankungen nämlich, deren bekannteste Form die Alzheimer-Krankheit ist. In der Frühphase kommt es dann zu Gedächtnisstörungen, später kommen Probleme mit der Orientierung und funktionelle Störungen wie z.B. Schwierigkeiten beim Sprechen hinzu.
Die Unterscheidung zwischen Demenz und harmlosen Konzentrationsstörungen ist nicht einfach und muss durch verschiedene Tests und Untersuchungen erfolgen.