TV-Sendung Fit & Gesund, Februar 2002
Allergien - Fragen & Antworten
Die jeweils letzte Sendung des Monats ist der Beantwortung der Zuschauerfragen gewidmet, die per Telefon, Fax, E-Mail oder per Post beim Ministerium oder beim PatientenRat&Treff eingingen.
- Können die Allergiesymptome bei einem Patienten im Laufe seines Lebens ändern?
Besteht ein Heuschnupfen über Jahre hinweg und wird er nicht fachgerecht behandelt, kann das fatale Folgen haben. Denn einerseits nehmen die Symptome dann im Alter oft zu, und zum anderen entwickeln etwa 30 Prozent der Pollenallergiker im Verlaufe ihrer Erkrankung ein allergisches Asthma. Bei ihnen findet ein sogenannter "Etagenwechsel" statt.
- Durch welche Stoffe werden die meisten Allergien ausgelöst?
Allergien können durch eine Vielzahl von Stoffen ausgelöst werden.
Häufige Allergene sind: Pollen, Milben, Tierhaare, Schimmelpilze, Nahrungsmittel, Latex, Nickel. Bei den eigentlichen Allergenen handelt es sich in den meisten Fällen um Eiweiß (Proteine), seltener um Zuckerbestandteile (Kohlenhydrate).
Sie sind das Angriffsziel der vom Immunsystem gebildeten Antikörper. Da Eiweiße durch Erhitzen in ihrer Struktur verändert werden, ist es keine Seltenheit, dass eine Person, die nach Verzehr von rohen Karotten mit einer Schwellung der Lippen und Durchfall reagiert, gekochte Möhren aber gut verträgt.
- Woher weiß ich, dass ich auf einen Stoff allergisch reagiere?
Die Suche nach dem schuldigen Allergen gestaltet sich häufig sehr viel schwieriger, als man vermutet. Oftmals sind es bestimmte Situationen, in denen die typischen allergischen Reaktionen immer wieder auftreten. Wichtig ist deshalb eine kritische Selbstbeobachtung. Es ist sehr hilfreich ein Allergie-Tagebuch zu führen. In diesem sollte man genau notieren, zu welchen Tages- und Jahreszeiten sich die Beschwerden verschlechtern, an welchen Orten sie auftreten, ob man zuvor mit Kosmetika, Nahrungs- oder Reinigungsmitteln Kontakt gehabt hat, wie stark die Symptome ausgeprägt waren, wie lange sie gedauert haben und alles weitere, was sonst noch wichtig erscheint.
- Wie bekommt man eine Allergie und gibt es Menschen, die besonders gefährdet sind?
Jeder Mensch kann im Laufe seines Lebens eine Allergie entwickeln. Selbst Substanzen, mit denen man über Jahre regelmäßigen Kontakt hafte, wie etwa Kosmetika oder auch Nahrungsmittel, können plötzlich eine Allergie auslösen. Besonders gefährdet sind Kinder von Allergikern. Neben der ererbten Neigung müssen dann aber meist noch andere Faktoren hinzukommen, um eine Allergie zum Ausbruch zu bringen.
Neben einem intensiven Kontakt zu dem Allergen spielen auch Umwelteinflüsse eine Rolle. So ist seit langem bekannt, das Rauchen (auch Passivrauchen) die Entstehung von Allergien begünstigt.
Und gelegentlich reicht auch schon ein einfacher Infekt aus, um den Störfall im Abwehrsystem auszulösen.
- Bei welchem Arzt bin ich mit meiner Allergie am besten aufgehoben?
Jeder Arzt kann allergische Symptome behandeln. Sind die Beschwerden besonders stark oder hartnäckig, sollte man einen spezialisierten Facharzt aufsuchen. Je nach Art der Beschwerden und der Organe, die durch die Allergie beeinträchtigt sind kann da ein Kinderarzt, lnternist, Haut oder Lungenspezialist sein.
- Was versteht man eigentlich unter einer Kreuzallergie?
Leidet ein Allergiker z.B. an einem durch Birkenpollen ausgelösten Heuschnupfen, so ist es sehr wahrscheinlich, dass er auch Haselnüsse und Karotten nicht verträgt. Ein Patient mit einer Gräser-Pollen-Allergie hingegen sollte Erdnüsse und Sojaprodukte tunlichst meiden.
Doch was haben Pollen und Lebensmittel gemeinsam? Die Erklärung ist einfach: da die meisten Allergene Eiweiße enthalten, kommt es vor, dass ein allergieauslösendes Eiweißmolekül einem anderen in seiner Struktur zum Verwechseln ähnelt.
Gegen Birkenpollen gerichtete Antikörper lagern sich deshalb oft auch an Eiweißbestandteile von Karotten und Haselnüsse an und lösen dadurch allergische Reaktionen aus.
- Was geschieht bei einem allergischen Schock?
Werden bei einer Antikörper-vermittelten Reaktion große Mengen an Histamin freigesetzt, kann es zu einem starken Blutdruckabfall kommen. Das kann bis zur Bewusstlosigkeit führen. Auch andere Organe werden nicht mehr ausreichend durchblutet. Im Extremfall kann man an einem allergischen Schock sogar sterben.
- Welche Stoffe muss man bei einer Chromallergie meiden?
Die Chromallergie ist recht selten. Der Auslöser ist in der Regel ein Chromsalz, das in vielen Industriezweigen angewandt wird. Deshalb ist es nicht ganz einfach, den Kontakt mit Chromsalzen zu vermeiden. Chromsalze werden benutzt in Bohnerwachs und Schuhcreme, in der Textilindustrie zum Fixieren von Farben, in Imprägnierungs- und Beizmitteln für Textilien, Pelze und gegerbtes Leder, in imprägniertem Holz, in der Zementindustrie, in der Lackindustrie, in der Bauindustrie für Reparatur - und Füllstoffe, in technischen Ölen, Fetten und Gefrierschutzmitteln, beim Verchromen von Metalloberflächen, in Büromaterialien wie Kopierpapier, Tinte und Kugelschreiberfarbe, in Labor - und Fotochemikalien. Alle diese Materialien muss der Allergiker meiden, was vor allem die Berufswahl erschwert. Schwierig ist es zudem, Lederschuhe zu finden, die ohne Chrom gegerbt wurden. Hier muss man nach spezialisierten Schuhgeschäften suchen.