Archäologie damals und heute

Archäologie - in ihren Anfängen oft vom Zufall abhängig, heute wissenschaftliche Disziplin mit effizienter Methodik.

Auf aktive Spurensuche machten sich Gelehrte und Passionierte erstmals vor 300 bis 400 Jahren, um Sichtbares aus der Antike näher zu erkunden. Das Ziel war die Erforschung vergangener Zivilisationen und ihrer Kultur. Im 18. Jahrhundert sind es vor allem die Sammler und die Liebhaber antiker Objekte, die die Suche vorantreiben: was ausgegraben wird, landet meist in Vitrinen privater Sammlungen, sobald die Wissenschaft ihre Arbeit getan hat, welche damals lediglich in der Deutung der Objekte lag.

Im 19. Jahrhundert  - die Ausgrabungsmethoden sind zwar immer noch archaisch - bemühen sich die Archäologen immerhin um eine genaue Datierung der Funde, was erstmals einen Vergleich der Zivilisationen und eine Chronologie des menschlichen Fortschritts ermöglicht. Wie beispielsweise das Kapitel zu Raeren in der Veröffentlichung von M.L.Solon "The acient art stoneware of the low countries and Germany, dessen Titelblatt hier abgebildet ist.

Erst im 20. Jahrhundert wird die Archäologie zu dem, was sie heute ist: Ein Spiegel des Menschen in der Umgebung und Gesellschaft seiner jeweiligen Epoche. Ziel ist nicht mehr allein die Beschreibung und Datierung von gefundenen Gegenständen, sondern auch der Versuch, die Lebensumstände des Menschen zu allen Zeiten seiner Existenz in komplexer Form wiederzugeben.

Die heutige Archäologie arbeitet nach genauen Grabungsprogrammen. Mit ihren modernen, den verschiedenen Gebieten angepassten und interdisziplinären Methoden befindet sie sich in ständiger Weiterentwicklung. Neben der programmatischen Archäologie sind auch die Rettungsgrabungen zu erwähnen, deren Wichtig- und Häufigkeit seit den 70er Jahren sehr stark zugenommen hat.